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Planet Meer - Kunst unter Wasser


Taucherin im Unterwasser-Skulpturengarten von Jürgen Claus, Bahamas 1979.
(Foto: André Foulon)

2013

“Jürgen Claus ist der erste, der das Meer eher als Künstler denn als Wissenschaftler betrachtet’, hat der französische Schriftsteller Michel Ragon geschrieben.
Das spiegelt sich in den rund 60 meist großformatigen Arbeiten von Jürgen Claus wider, die im BRF-Funkhaus in Eupen zu sehen sind. Bei einem Ausstellungsbesuch wird man die Faszination des Künstlers für die Elemente Sonne, Wasser und Meer besser verstehen lernen.“
(Renate Ducomble, BRF online 2013.)


Detail aus der Ausstellung „SonnenMeer“, BRF-Funkhaus Eupen 2013

2009

Jürgen Claus: Der Sieg der Poesie über die Armseligkeit

„Es ist gerade die ökologische Krise des Planeten Ozean, die Jürgen Claus prägt. Er stellt den Naturformen des Meeres vom Menschen geschaffene Formen gegenüber. So erkennt er die enge Beziehung der Meereswelt zu kosmischen Dimensionen... Auch die Arbeiten des Künstlers über Wasser sind von Formen aus dem Meer bestimmt. Die Fachwelt sieht Claus in der Tradition eines Ernst Haeckel. “ (Atlantis, Magazin für Divestyle, Ausgabe 1, 2009.)


Jürgen Claus, „Inside the shells“, Öl/Leinwand, 2009, 120x100


1986


Standbild aus
„The Planet Ocean Project“, am
Computer überarbeitetes Video, 1986



Ausstellung „Jürgen Claus:
Künstliche Intelligenz – Flüssiges Denken“,
Quarzsand, Neonstäbe, Wasserbecken, Monitore, Terminal Kunst,
ars electronica Linz 1986.

"Kreativität Wasser heißt, abgesehen von den Prozessen und Realisationen, FLÜSSIGES DENKEN. Die ‚Kreativität Wasser’ als Aktions- und als Denkform. Das blaue Denken – als farbiges Synonym für das Flüssige. Das flüssige Denken ist überall, ob man über die Dimensionen des Raumes oder die der Zeit spricht. Ist nicht gerade Zeit ein Muster solcher Flüssigkeit?“ (Jürgen Claus, Ausstellungskatalog ars electronica, 1986)

Jürgen Claus, Künstliche Intelligenz — Flüssiges Denken (aus dem Bildtagebuch)


1984

Entwürfe und technische Erprobungen einer „Sonnenpyramide“ unter Wasser. „Licht aus Sonnenlicht. Sie schwebt 10 m von mir entfernt. Eine Vierkant-Pyramide, deren Kanten
aus 3 m langen Leuchtröhren bestehen. Ihr gelbgrünes Licht schneidet eine klar definierte Form ins unendliche Blau. Noch Stunden nach Sonnenuntergang wird die Sonnenpyramide unter Wasser strahlen. Insgesamt 16 Solarmodule, jeweils 100x65 cm messend, haben auf
der Wasseroberfläche mit ihren photovoltaischen Zellen die Energie des Lichtes eingesammelt und an eine Batterie geleitet, die nun die Sonnenpyramide mit Strom versorgt.“
(Jürgen Claus, Planet Ozean, omni, 7, 1984)





Test der Unterwasser-Lichtpyramide durch Jürgen Claus, 1984. (Fotos: André Foulon)





Künstlerische Gestaltung u.a. mit Fackeltauchern für das Open-air-Konzert „Sky Music – Mountain Music“ von Eberhard Schoener, Tegernsee. Taucher-Choreographie mit Fackeln


1983

Videoproduktion „Planet Ocean “ in den USA (mit Vin Grabill u.a.)


1982

„Himmel und Meer“, Beitrag zur Sky Art Conference, ars electronica“, Linz.
ars electronica (Archiv)


1981

Demonstration von Unterwasserkunst im Sportstudio des ZDF, mit Moderator Harry Valerien (rechts), 1981.

















Jürgen Claus,
Entwurf für „Sharem Peace – Underwater Memorial in Sharm-el-Sheik“, 1981.
Das Friedens-Unterwasser-Projekt sah u.a.
eine aus leichtem Stoff gestaltete pyramidenförmige „Kathedrale“ vor,
Höhe ca. 15m.

„The cathedral is primarily an artistic sculptural form, a sculpture under water, a ‚simple’ form in contrast to the complexity of the coral reef. Moreover, it rouses the association with the house, the tent (bedouin tents), with the cathedral. The place created by man – a place of hope too, of the plea for peace – within the context of nature ‚entrusted’ to us, in which we set foot ‚as visitors’.“ (Jürgen Claus)


1980

Ausstrahlung des Filmes „Planet Meer – Unterwasserkunst von Jürgen Claus“, ARD. Produktion und Regie: Sigurd Tesche

DIE ZEIT - Kunstkalender



Leni Riefenstahl zum Film »Planet Meer«: »Dein Ausdruck, Dein künstlerisches Gefühl hat den ganzen Film durchzogen«.














„Die Arbeiten aus den siebziger Jahren lassen Claus die Beziehung zwischen der Meereswelt zum kosmologischen Rahmen erkennen. Diese Beziehung visualisiert er in dem Film ‚Planet Ozean’ (ARD 1980) mit Hilfe einer ausgearbeiteten Unterwasser-Choreographie. Die Filmaufnahmen werden 1983 auf Video umkopiert und elektronisch bearbeitet. Im Vordergrund der Arbeit steht der visuelle Reiz und der Bann durch ungewöhnliche Formen, Erfahrungen, die es zu vermitteln gilt. Ökologischer Hintergrund der künstlerischen Arbeit ist das Plädoyer für einen rücksichtsvollen Umgang mit den Kunstformen der Natur, die für die fragile Schönheit der Erde sensibilisieren.“ Nils Röller im TUXAMOON Magazine


1979

Jürgen Claus, Entwürfe für Skulpturengärten im Meer (Pastelle je 48x36cm, Serifos 1979)


Taucher mit Fackel nähert sich einem Kreuz




Taucher an Unterwasser-Kathedrale

Taucher mit Sonnenmaske an Wrack




Glockenturm unter Wasser






Teilnahme an „Schwimmende Plastik“, Wilhelm-Lehmbruck-Museum der Stadt Duisburg, 14.8.-14.10.1979
(zusammen mit Marta Pan, Heinz Mack, u.a.)


„Schwimmende Schneckengruppe“
(im Vordergrund),
rechts hinten die
Gezeitenboje von
KL Schmaltz.



„Schneckengruppe, am Seegrund
verankert, mit Fackeltauchern“,
Graphit, Ölkreide, Gouache, 1979, 100x70, Slg. Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg.

„Die Schnecke scheint durch ihre künstlich-künstlerische Nachformung hier zwar in ihrer Naturhaftigkeit gebrochen, jedoch erreicht Claus mittels der Dimensionierung eine Überhöhung der ästhetischen Erscheinung dieser Naturgebilde. In ihrer Farbigkeit und den plastischen Qualitäten ihrer Torsion erhebt er sie zum Sinnbild naturimmanenter Kreativität. Ihre Verletzlichkeit und Abhängigkeit vom Wasser symbolisieren die Schläuche, welche – Blutbahnen gleich – Gewässergrund und Schnecken verbinden.“
(Katalog „Bildhauerzeichnungen des Wilhelm-Lemburck-Museums Duisburg“, 1991.)




Symposion der Zeitschrift „Submarin – Magazin der Unterwasserwelt“, München 1979 mit (v.lk.): Hans Fricke (Unterwasserbiologe), Leni Riefenstahl (Filmregisseurin), Jürgen Claus (Künstler, Leitung), Hannes Keller (Pionier des Tieftauchens).



„Planet Meer – Unterwasserkunst von Jürgen Claus“, TV Film, 1979.
Dreharbeiten vor Long Island, Bahamas.


Ein Kokon wird entfaltet, aus dem sich der homo aquaticus mit einer Fackel herausbrennt. (Foto: J. Claus)

Jürgen Claus (re.) mit Filmregisseur Sigurd Tesche bei Anweisungen unter Wasser.
(Foto: André Foulon)



Taucher verankern eine Unterwasserplastik
bei Dreharbeiten zu „Planet Meer“.
(Foto: J. Claus)








Jürgen Claus bei der Ankunft
Long Island, Bahamas


„Jürgen Claus, 45 Jahre alt, ist der Delphin unter den Avantgardisten unserer Tage. Seit zehn Jahren taucht er so durch die Weltmeere, ein Cousteau der Kunst. Mitten in der Epoche der Weltraumfahrt propagiert er den Planeten Meer, den Ozean als Quelle des Lebens und der Phantasie. Kunst unter Wasser.“ (Peter Sager, ZEITmagazin, 1980)


Taucherinnen mit Sternskulpturen, Long island, 1979. (Foto: J. Claus)


Regiebesprechung bei den Dreharbeiten zu „Planet Meer“.
Oben rechts im Bild: Regisseur Sigurd Tesche. (Foto: André Foulon)



„Geburt des homo aquaticus“, Long Island, Bahamas 1978 (Foto: J. Claus)

„Birth of ‚homo aquaticus’. The diver frees himself with a burning flare from the cocoon.
Homo aquaticus is created. Birth in the Planet Sea. Sea man as antipode of Land man. Producer Sigurd Tesche translates this image into cinematic terms. Held by six femal
divers in red leotards and with red diving equipment, the cocoon moves under water
like a giant devilfish.“



1978


Jürgen Claus, André Foulon: „Die Gärten von Sharm“, Fotokassette, 1978, 40x30cm. Die SW-Fotografien wurden von dem Künstlerfotografen Roland Fischer in seinem Atelier abgezogen.

Unterwasser-Skulptureninstallationen „Die Gärten von Sharm“ im Roten Meer vor Sharm-el-Sheik und Ras Muhamed. Tauchpartner: André Foulon u.a.


Claus im Skulpturengarten tauchend, 1978. (Foto: André Foulon)


Pierre Restany: »Claus nimmt das Meer als Umgebung und inmitten der spektakulären Szenerie der Korallenriffe verwirklicht Claus seine Skulpturen.“




André Foulon, UW-Fotograf und Tauchpartner von Jürgen Claus
in den „Gärten von Sharm“, 1978. (Fotos: J. Claus)

„Gärten: das bezog sich zum einen auf die Korallenriffe, deren vielfältige Struktur diesen Teil des Roten Meeres zu den begehrtesten Tauchplätzen der Welt macht. Gärten meint zum anderen das von Claus ins Meer eingebrachte Künstliche und Künstlerische, eine Reihe skulpturhafter Formen, die in die natürliche Riffzonee ‚eingepflanzt’ werden.“ (Artis, 7.7.1978)



1975


Jürgen Claus im Eingangsraum seiner Ausstellung „Das Meer“, Kunsthalle Nürnberg, 1975. (Foto: Kühnel)

Einzelausstellung „Das Meer – Celebration of the Ocean“ in der Kunsthalle Nürnberg.
„Dia-Projektionen, Großfotos und Zeichnungen geben Einblicke in die Unterwasserwelt und in die Ideenwelt Jürgen Claus’, der den Landmenschen durch Aktionen und Architektur mit dem Erlebnisraum Meer vertraut machen will. Hans Hass: ‚Jürgen Claus hat sich als erster Künstler das Meer zum Experimentier- und Schaffensraum erwählt. Ich bewundere seinen Ideenreichtum, seine Vitalität und seine Phantasie.“
(Heidie Guilino, Donaukurier, 1./2.2.1975)



1974

Eintritt in die Redaktion, folgend dann Chefredaktion der Zeitschrift „Submarin – Magazin der Unterwasserwelt“, Heering-(später: Ringier-) Verlag, München.

Zweimonatige Vortragsreise durch Thailand, Australien, Japan, Indonesien, Indien. Thema u.a. „The Ocean as Creative Experience“. Tauchreisen zum Großen Barriereriff und zu japanischen Unterwasserparks


Jürgen Claus (lk.) mit dem australischen Filmehepaar Ron und Valerie Taylor, 1974.
Die Taylors sind für ihre Unterwasserfilme und –dokumentationen mit vielen
internationalen Preisen ausgezeichnet worden.

Am großen Wassergraben, der die Melbourner National Gallery umgibt, organisierte Jürgen Claus (im Bild) am 27.9.1974 eine Performance mit Tauchern, Meeresfackeln und farbigen, wassergefüllten Lupolenschlächen in Form einer Seeanemone.

„By filling the moat with life and art, Mr. Claus explains, a connection is established between the street and the Gallery. Art leaves the museum and joins the people.“ (The Age, Melbourne, 29.9.1974)

„The immense task, Claus says, of the marine architect and artist is to give shape to the rising civilisation of the sea. All different kinds of ocean engineering do not warrant being called human inventions if they are no more than outposts for a high profit oil-bonanza... Art should be our basic feeling for the elements of the earth; art should increase our basic understanding of the earth of which we are part.“ (The University of Sydney NEWS, September 2, 1974.)


Titel der „University of Sydney NEWS“
vom 2.9.1974 mit einer Zeichnung eines Unterwassergartens von Claus

Die „Chalwin-Flower“,
Mittelmeer bei Almeria, 1974.



1973

„Jürgen Claus, Visione del Profondo“, Galleria il giorno, Mailand 1973. Motto von Giuseppe Ungaretti: „Senza i sogni, incolore campo è il mare, il mare.“



1971


Multimediavorführung „Submarine Strukturen“ im Aktionsraum1, München. (Foto: Wolf Huber)

„Im Gegensatz zu den üblichen Lichtbildervorträgen stellte Jürgen Claus seine Projekte und deren historisch-theoretischen Background mit Hilfe einer Fülle von Dia- und Filmprojektionen vor, wobei er die didaktischen Möglichkeiten dieser audiovisuellen Mittler so einsetzte, dass sich Worte und Bilder stets gegenseitig erklärten und ergänzten.“
(Wolfgang Längsfeld, Süddeutsche Zeitung, 16.7.1971)

DIE ZEIT - Planet Meer



1970

Seit 1969 erarbeitet Claus Pläne für ein Center Submarin – Ein neuartiges Institut zur Erforschung submariner Erfahrungen, künstlerische eingeschlossen. Er sieht eine Dreiteilung vor in ein audiovisuelles Center, ein Center für Theorie und Forschung, sowie ein Experimentelles Tauchcenter.

Meeting Icarus
Faktografia



Projektentwürfe eines Center Submarin; drei Kugeln in einem Durchmesser bis zu 50 m, gebaut als Raumfachwerke, mit Kunststoffhaut überzogen. Die Kugeln sind zur Stabilisierung im unteren Teil durch Wassertanks geflutet.



1967

„1967 hatte Jürgen Claus begonnen, Unterwasser-Strukturen auszuarbeiten, etwa tief im Meer schwimmende Lichtbälle, Reflexionskörper, Seil- und Netzstrukturen. All das bildete den Kontext der ‚Submarinen Strukturen’, wie er sie in seinem Buch ‚Expansion der Kunst’ (1970) publizierte.“ Peter Kiefer, Eröffnungsrede Ausstellung „Jürgen Claus: Bilder-Meer-Sonne“, Aachen 2008)

Jürgen Claus, Lichtkugeln unter Wasser, Skizze 1967.








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